The Wave!

So oft haben wir schon versucht ein Permit für die Wave zu gewinnen. Dieses Mal hatten wir bei der Online Lotterie Glück und sind nun endlich Besitzer zwei dieser begehrten Tickets. 

„I don´t care how long it takes me, but I´m going somewhere beautiful“

Ich bin schon ziemlich aufgeregt und wir sind natürlich die Ersten am Frühstücksbuffet. Pünktlich um 6:30 Uhr dürfen wir in den wunderschönen Speisesaal. Das Frühstück ist umfangreich und lecker – aber heute ist mir das ist völlig egal. Ich will einfach nur schnell essen und dann endlich los zur Wave.

Ich bin sehr neugierig, wie es mir dort gefallen wird. Ist es wirklich so viel schöner als z.B. in der White Pocket oder Coyote Buttes South? So viel besser, dass es sich gelohnt hat immer wieder entweder online- oder vor Ort bei der Lotterie teilzunehmen (Es war unserer 17te Teilnahme!) 

Tausendfach auf Fotos gesehen, bilde ich mir ein, dass der Hype um die Wave vielleicht doch ein wenig übertrieben ist. Wir werden sehen…

Wir entscheiden uns für die Zufahrt zum Wave Trailhead aus nördlicher Richtung. Von Kanab aus fahren wir auf dem Highway 89 für ca. 50 Meilen und biegen dann auf die House Rock Valley Road ab. Nach weiteren 10 Meilen sind wir am Parkplatz. Es ist inzwischen 9:00 Uhr.

Wir tragen uns in das Trailregister ein, überqueren die Straße und folgen dem Wire Pass Wash, den wir inzwischen gut kennen. Es ist gerade mal ein halbes Jahr her, als wir mit unserer Tochter, Schwiegersohn und deren Baby im Wire Pass und Buckskin Gulch unterwegs waren.

Heute dürfen wir nach ungefähr der halben Strecke zur Wave abbiegen. Ein Schild mit der Aufschrift „Coyotes Buttes Permit Area ahead“ markiert den Pfad dort hin.

Wir wandern auf einem steilen Pfad den Berg hinauf. Oben angekommen laufen wir über eine Ebene aus grün/blauen Sträuchern und können erste Blicke auf die wunderschöne Landschaft um uns werfen. Schon der Weg zur Wave ist die Wanderung wert. Ich befürchte, dass meine Speicherkarte schon voll ist, bevor wir das eigentliche Ziel erreicht haben.

Überall sehen wir kleinere und größere Teepees in den unterschiedlichsten Gelb- und Rottönen. Wir durchqueren einen weiteren Wash und müssen anschließend auf einen steilen Slickrock hinauf.

Von hier oben haben wir einen herrlichen Blick in das Gebiet der Coyote Buttes North; in der Ferne sehen wir die markante Twin Butte.

Auf diese gehen wir nun kontinuierlich zu. Gelbe Streifen, rote Streifen, weiße Swirls – die Landschaft um uns herum ist unvergleichlich bunt gefärbt. Nachdem wir die Twin Butte umrundet haben, können wir den markanten Top Rock, zu dessen Füßen die bekannte Wave liegt schon sehen. 

Der Weg führt uns nun wieder hinunter. Am Ende des relativ einfach zu begehenden Slickrock, wartet pudriger Sand auf uns. Das wird anstrengend! Wir stapfen durch den Sand, durchqueren noch einmal einen Wash, und müssen anschließend eine etwa 5 Meter hohe Sanddüne bezwingen. Die Sonne leuchtet inzwischen kraftvoll vom Himmel und läßt uns schwitzen.

Nach nunmehr zwei Stunden sind wir kurz vor dem Ziel. Wir stehen vor einer Anhöhe und noch ist nicht zu erkennen, dass hier gleich ein spektakulärer Anblick zu erwarten ist. Wir gehen ein Stück weiter, bis sich zwischen zwei Felsen der Blick auf schöne gestreifte Felswände öffnet. Ist das schon die Wave? 

Wir gehen durch die kleine Schlucht in deren Mitte ein Wasserpool die Felswände wunderschön wiederspiegelt.

Wir sind da! Allerdings ist eine Gruppe von vier Permitgewinnern gerade dabei ein paar Fotos zumachen. Wir wollen nicht stören und gehen zunächst wieder in den kleinen Seitencanyon um aus der „Schusslinie“ zu sein.

Wir nutzen die paar Minuten zum Ausruhen. Als die Fotografen fertig sind, ziehen sie weiter. Einer der Gruppe stellt sich uns als Parkranger vor und möchte unsere Permit sehen. Er vergleicht unsere Namen mit seiner Liste und bietet uns an ein paar Fotos von uns zumachen. Das Angebot nehmen wir natürlich gerne an und ich reiche dem freundlichen Herren meine Kamera. Er macht ein paar Fotos von uns, versichert sich, dass wir genügend Wasser dabei haben und geht dann weiter. 

Dann sind wir alleine. Jetzt erst können wir das ganze richtig genießen. Diesen Augenblick zu beschreiben, ist kaum möglich. Wir stehen inmitten der Wave und sind umringt von traumhaften Rottönen, welche mit feinen weißen und gelben wellenförmigen Linien durchzogen sind. Wir sind in einem farbenprächtigen, sandsteinernen Wunderland.

Nicht nur die Wave – auch ihre Umgebung ist entdeckenswert und fotogen. Wegen der Mittagshitze verzichten wir darauf auf den Top Rock hinaufzusteigen, aber auch hier unten gibt es viel zu sehen. Die Second Wave, den Cheeseburger, die Brainrocks.

Aber – der Tag ist viel zu kurz, um alles zu erkunden. Leider können wir auch nicht sagen: „morgen kommen wir wieder.“ So genießen wir jeden Moment und versuchen nichts zu übersehen und zu verpassen. Bevor es wieder zurück zum Auto geht, verbringen wir noch einige Zeit an der Wave.

Trotz dass es bereits Ende September ist, ist es sehr heiß. – wir haben 33°C. Der Weg zum Auto wird also ganz schön anstrengend werden. Und so machen wir uns gegen 14:00 Uhr auf den Rückweg, denn wir wollen uns dafür viel Zeit lassen und unterwegs noch das ein- oder andere Foto auf die Speicherkarte bannen.

Um 16:30 Uhr kommen wir dann am Parkplatz an. Ich trage uns aus dem Trailhead Register aus, dann setzen wir uns ins Auto und atmen tief durch.

Ein großer Wunsch ist wahr geworden, wir haben nach so vielen erfolglosen Lotterieteilnahmen endliche ein Wave Permit gewonnen. Jetzt haben wir die Wave hautnah erleben dürfen. Um mir meine Fragen von weiter oben im Text selbst zu beantworten: Ja! es lohnt sich und ja! es ist tatsächlich die beeindruckendste Landschaft, die wir bisher gesehen haben.

Und wann immer sich eine Gelegenheit ergibt: Ich werde weiterhin an den Lotterien teilnehmen und jede sich mir bietende Chance ergreifen hier noch einmal her zu kommen. Ich kann mich von dieser schönen Landschaft noch nicht so richtig losreißen und bitte Stefan nicht den kurzen Weg nach Norden- sondern den Umweg nach Süden und dann über die 89A nach Page fahren.

Wir sind von der Hitze und dem langen Hike ziemlich erledigt und genießen die tolle Landschaft vom Auto aus, und so halten wir unterwegs nicht an. Wie schon erwähnt – es ist nur sechs Monate her, dass wir hier alles angesehen und fotografiert haben.

Um 17:30 Uhr kommen wir in Page an und steuern direkt unser Lieblings Restaurant an: Die State 48 Tavern. Nach einem leckeren Abendessen fahren wir rüber zum Page Boy Motel, welches nur ein paar Meter vom Restaurant entfernt ist.

Eigentlich vermeiden wir es in Page zu übernachten, denn die Hotels sind schlichtweg überteuert. Aber da wir morgen den Antelope Canyon-X besichtigen wollen, mangelt es an vernünftigen Alternativen.

Bei Neckermann (hier hatte ich noch nie ein Hotel gebucht) fanden wir ein Angebot für das Page Boy Motel, welches deutlich günstiger war als andere. Das Zimmer incl. Frühstück kostete genau 100 €. Das ist zwar immer noch sehr teuer für ein in die Jahre gekommenes Hotel – aber es war gut 50€ günstiger als alles andere was in Page an einem Wochenende zu bekommen war. 

Das Zimmer war sauber und hatte eine Küchenzeile – allerdings ohne Elektrogeräte. beim checkin mussten wir dafür unterschreiben, dass wir im Zimmer nicht kochen werden- was sich meiner Meinung nach eh schwierig gestalten würde, ohne Herd. Aber egal.

Die Handtücher waren total zerrissen und ausgefranst – aber sauber. Na ja für eine Nacht wird’s gehen. Ich bin mal gespannt, wie das Frühstück morgen aussieht.

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