Talkeetna – Hatcher Pass – Anchorage

Heute morgen hat die Camper Küche einen freien Tag. Im Talkeetna Roadhouse gibt es wahnsinnig gute Cinnamon Rolls – die können wir uns nicht entgehen lassen. 

Da wir ja die Nacht auf einem richtigen Campground verbracht haben, können wir heute morgen dort auch die sehr ordentlichen Waschräume noch einmal nutzen. Gleich danach machen wir uns zu Fuß auf den Weg in die kleine Downtown.

Früher war das Talkeetna Roadhouse, eine historische Station für Musher und ihre Schlittenhunde, die hier verpflegt wurden und übernachten konnten.  Heute ist das Roadhouse für seine Sourdough Pancakes und Cinnamon Rolls berühmt und Treffpunkt vieler Touristen und Bergsteiger.

Wir setzen uns an den langen Tisch, an dem wir schon vor 4 Jahren zum Frühstücken saßen. Es ist urgemütlich hier. 

An den Fenstern hängen ganzjährig Lichterketten, es gibt eine gemütliche Sofa-Ecke; sogar ein Klavier steht in der Ecke des Raums. Wir bestellen uns leckere, riesige Zimtschnecken und Kaffee. 

Das Ganze ist mangels Konkurrenz nicht gerade günstig – aber bei der gemütlichen Atmosphäre und dem leckeren, und von jeder Menge Zuckerguss klebrigen Gebäcks kann man über den Preis auch mal großzügig hinwegsehen.

Nach dem Frühstück gehen wir zurück zum Camper. Der bekommt auch noch schnell eine Wartung: Abwasser raus; frisches Wasser wieder rein. Dann sind wir wieder startklar. 

Am Ortsausgang sehe ich, dass der „Alaska Birch Syrup & Wild Harvest Shop“ geöffnet hat. 

Ich hatte einmal Gelegenheit den ausgesprochen leckeren Birken-Sirup zu probieren, welcher hier hergestellt wird. Leider hatten wir damals keine Gelegenheit den Shop hier zu besuchen, da er schon geschlossen hatte.

An der Tür steht ein Schild, dass man hier auch eine Tour mit Syrup-Tasting machen kann. Stefan sagt noch: „Hey, ich habe aber keine Lust auf ne Führung oder so“ – da bin ich schon im Laden. Eine sympathische junge Frau kommt aus einem Raum im Hintergrund und meint: „Hey Guys – wir haben eben mit einer Tour/Tasting angefangen, wollt ihr dazukommen?“

„Klar“ sage ich. Und bevor Stefan wusste wie ihm geschieht standen wir schon mit zwei weiteren Interessierten in einem Raum voller Gerätschaften und Infotafeln. 

Die junge Frau erklärte uns alles über die Herstellung von Birch Syrup und den Unterschied zur Herstellung von Ahorn Sirup. Während man für einen Liter Birkensirup etwa 100-150 Birkensaft benötigt, genügt bei der Ahorn Vresion gerade mal die Hälfte vom Saft der Bäume.

Dazu kommt, dass der Zeitraum für die Gewinnung des Saftes deutlich kürzer ist, als bei Ahon – das erklärt dann wohl den deutlich höheren Preis.

Alles in Allem war es kurzweilig und sehr interessant. 

Nachdem wir nun alles über die Produktione wissen, dürfen wir den Sirup probieren. Es gibt verschiedene „Runs“ den First, Mid or Late Run. Je später in kurzen Periode der Saft gewonnen wird, dest reichhaltiger und dicker wird der Syrup. 

Wir mögen den Mid-Run am liebsten und kaufen uns ein winziges Fläschchen davon – für $26!  Es ist schon 11 Uhr als wir uns dann endlich auf den Weg nach Anchorage machen. Und natürlich nehmen wir nicht den direkten Weg!

Wir haben im Internet über die tolle Landschaft am Hatcher Pass gelesen. Die wollen wir uns ansehen.  Der Hatcher Pass ist ein Gebirgspass mit einer Höhe von 1148 m. Die Straße über den Pass, die Hatcher Pass Road, ist von Oktober bis Juli witterungsbedingt gesperrt. 

Kurz vor Willow biegen wir vom George Parks Highway ab. Anfangs ist die Straße noch gut befahrbar; doch schon bald wird sie zu Gravel Road. Die Landschaft ist unbeschreiblich, eine Kombination aus Bergen, Täler und Flüssen und ein Farbenspiel von grün, gelb und orange. 

Fahren – Anhalten – Fotos machen – weiterfahren. So geht das Meile um Meile. Die Straße windet sich durch das Hochland der Talkeetna Mountains. Nach jeder Kurve ändert sich das Landschaftsbild.

Nach etwa 30 Meilen erreichen wir den Summit Lake. Wir parken unseren Wagen und gehen den Hang hinauf. Was für eine Aussicht!  Unmittelbar nach dem Summit Lake erreichen wir den höchsten Punkt des Hatcher Passes. 

Nach weiteren 25 Meilen unglaublich schöner Landschaft sind wir wieder auf dem Parks Highway zwischen den Städten Wasilia und Palmer.

Der Denali Harley Davidson Shop liegt direkt auf dem Weg – und so kaufen wir schnell noch zwei T-Shirts, 40 Minuten später – es ist inzwischen 15 Uhr – erreichen wir Anchorage. 

Wir parken direkt in Downtown Anchorage und besuchen dort die 5th Avenue Mall. Vor dem Apple Store stehen eine Menge Menschen – seit heute gibt es das neue iPhone. 

In der obersten Etage gibt es einen Food Court. Wir bestellen uns Orange Chicken. Versehentlich wähle ich die extra-scharfe Version mit Chilis aus. Puhhh – ich komme ganz schön ins Schwitzen. 

Wir stöbern ein wenig in den Geschäften und finden sogar das ein- oder andere Schnäppchen.

Wir verlassen das Einkaufszentrum und spazieren noch ein wenig durch die Stadt. Selbstverständlich ist auch ein Besuch des hiesigen Hardrock Cafe Pflicht.

Been there. Done that. Got the T‑shirt.

Fast vier Stunden haben wir inzwischen in Downtown verbummelt. Jetzt wird es aber höchste Zeit fürs Dinner. Ich habe Hunger…!

Ein Steak muss her! Unsere Lieblings-Steakhouse-Kette, dem Texas Roadhouse gibt es sogar zwei Filialen Anchorage! Schon dafür liebe ich diese Stadt. 

Wir gehen zurück zum Camper und fahren gerade mal 10 Minuten zum Steakhouse. Es ist nicht sehr viel los – wir sind aber auch noch früh dran.

Wir werden von einer Kellnerin abgeholt und es folgt die übliche Frage: „Wart ihr schonmal hier?“ – „Ja klar! – Nämlich 2015!“

Von mir heiß begehrt sind die Dinner Rolls, die es hier vor dem Essen git. Das sind noch warme Hefeteigbrötchen, dazu gibt es Zimt Butter. ICH LIEBE ES!

Wenig später werden unsere Ribeye Steaks serviert. Wie immer schmecken die Steaks ganz hervorragend. Auf den Punkt gegrillt. Perfekt in meiner Lieblings-Garstufe medium-rare.

Jetzt brauchen wir nur noch einen Platz zum übernachten. Wir haben schon gesehen, dass bei Walmart und Co überall Schilder hingen, welche darauf hinwiesen, dass Overnight-parking nicht erlaubt ist. Mist. 

Allerdings wird auf der Internetseite campendium.com der Outdoor Laden „Cabela’s“ als Boondocking Site erwähnt. Wir fahren zu Cabela’s. Auch hier hängen überall die Verbots-Schilder. Komisch. Ach. Ich frage da drin einfach mal nach.

Die nette Dame an der Info meinte, dass es gar kein Problem sei für eine Nacht hier stehen zu bleiben. Nur wenn man länger bleiben möchte muss man den Wagen zwischendurch bewegen. Prima! So machen wir das – wir wollen sowieso maximal zwei Nächte hier in Anchorage bleiben.

Wir suchen uns einen passenden Parkplatz und gehen anschließend noch einmal in den gigantischen Outdoor-Laden.

Beim Betreten zieht eine monumentale Naturlandschaft unsere Blicke auf sich. Bäche, riesige Aquarien, kleine Wasserfälle, Felsen, Bäume und Sträucher sieht man da, ein paar ausgestopfte Tiere stehen ebenfalls in dem Kunstgebirge. 

Es macht uns riesigen Spaß uns alles anzusehen. Ein riesiges Regal – voll mit Gewürzen, Ribs und Soßen hat es uns besonders angetan. Nur die Vielfalt erschlägt uns ein wenig.

Ein freundlicher Verkäufer fragt ob er uns helfen könne. „Yes you can – what is your favourite steak seasonig?“

Er empfiehlt uns Jack Daniel’s Beef Rub. OK! Kaufen wir!

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