Death Valley Part 1

Wir sind ja nun inzwischen ein eingespieltes Team. Morgen-Toilette, Koffer ins Auto, auschecken. Es ist gerade mal 8:25 Uhr, als wir am geliebten Buffet im Orleans Casino sind. Um 9:30 Uhr sind wir bereits auf der Straße.

Bevor wir Las Vegas allerdings verlassen tanken wir beide Fahrzeuge voll, denn hier hat der Sprit wenigstens vernünftige Preise.

Nach 3 Tagen Glitzermetropole machen wir uns auf den Weg zum nächsten Highlight unserer Reise. Von der Stadt die niemals schläft geht es in das Death Valley. Kaum verschwindet die Skyline der Stadt am Horizont, tut sich die Weite der Mohjave Wüste vor uns auf. 

Nur zwei Meilen vom Death Valley National Park entfernt ist das kleine Örtchen Shoshone – hier machen wir einen kurzen Baby-fütter und Foto-Stopp. Dann geht es weiter ins Death Valley.

Das Death Valley ist die Wüste der Extreme: Am heißesten, trockensten und am tiefsten. Es gibt hier leuchtenden Sanddünen, schneebedeckte Berge und bunte Gesteinsschichten. 

Der Highway 178 führt uns schnurgerade in das Tal hinein, die Fahrt ist atemberaubend, das Wetter perfekt.

Niederschlag gibt es hier kaum, denn eingeschlossen von fünf Gebirgszügen besitzen Regenwolken kaum eine Chance die Bergrücken zu überwinden und zum Tal zu gelangen.

Unseren ersten Stopp machen wir am Badwater Basin. Das Badwater Basin ist 85 Meter unter dem Meeresspiegel gelegen und ist somit der tiefste Punkt in Nordamerika und einer der am niedrigsten gelegenen Orte der Welt.

Wir gehen ein Stück weit hinein in diese weiße, surreale Landschaft. Die Salzpfanne war durch das Austrocknen eines ehemals bis zu 200 m tiefen Sees vor mehr als 3000 Jahren entstanden. Aber umso weiter wie gehen, desto stärker wird der Wind hier.

Irgendwann wird es dann recht unangenehm, wegen des feinen weißen Sands, der uns in die Augen weht. Wir machen uns auf den Rückweg zu den Fahrzeugen. 

Wir fahren weiter in nördliche Richtung und sind 7 Meilen später am Golfkurs des Teufels. Zu erreichen ist der „Meeresboden“ nur über eine stark holprige Schotterstraße inmitten einer gigantischen Talsenke. Schwer vorstellbar, dass hier vor Jahrmillionen mal Wasser war, dass hier überhaupt mal irgendetwas gelebt hat.

Der „Devil ’s Golf Course“ ist eine riesige Fläche aus Steinsalz, welche durch Wind und Regen zu zackigen Spitzen erodiert ist. Dieser Wellenschliff gab dem Gebiet seinen Namen, denn „nur der Teufel könnte auf so einem holprigen Platz Golf spielen.“ Allerdings nur wenn der (arme) Teufel keinen Golfwagen besitzt, denn auf den spitzen Sandsteinen käme er da wohl kaum weit.

Also lassen wir das mir dem Golfen. Wir klettern eine Weile auf den Salzsteinen herum bevor wir uns zum nächsten Ziel aufmachen.

Nach vier Meilen kommen wir zu einer Abzweigung. Wir biegen nach rechts auf den Artist Drive ab. Abseits des Durchgangsverkehrs, führt uns die kurvige Einbahnstraße an beeindruckenden Felsformationen in verschiedensten Farbtönen vorbei mitten hinein in die Badlands. 

Irgendwann wurde es auch sehr hügelig und man hatte auf der schmalen Straße von beiden Seiten große Felsen. Unglaublich, wie aufwendig es wohl war hier eine Straße zu bauen.

Die Straße ist schmal und führt uns über viele Kurven und etlichen Dips durch eine farbenfrohe Zauberwelt. Die verschiedenen Farben der Berge werden durch Oxidation der Metalle erzeugt. Am buntesten ist die „Artist Palette“, welche der Straße ihren Namen gab. 

Wir erreichen wieder den Highway und fahren weiter bis zur Furnace Creek Ranch. Dort im großen General Store haben wir uns bei unseren früheren Besuchen im Death Valley gestärkt und natürlich auch das ein- oder andere Souvenir gekauft.

Allerdings ist hier heute anstatt eines Generalstores eine große Baustelle. Das ist ja nun doof. Wo bekommen wir nun was zum Essen her?! 

Wir fahren zum Visitor Center und bekommen eine kleine Karte, welche uns den Weg zum „Date Grove Diner“ weist. Dort können wir etwas essen, meinte Mrs Park-Ranger.

Das Grove Diner ist schnell gefunden. Das Selbstbedienungs-Diner ist riesig. Wir holen uns Getränke und Sandwiches und setzten uns an einen der vielen Tische.

Nach dem Essen geht die Fahrt weiter –  es ist inzwischen 16 Uhr.

Nach 20 Minuten erreichen wir die Kreuzung zu Daylight Pass Road, welche uns ans heutige Ziel nach Beatty bringt. Doch bevor wir zum Hotel fahren, machen wir noch einen kurzen Abstecher nach Westen zu den Mesquite Flat Sand Dunes. 

Bevor wir an den Sanddünen ankommen sehen wir auf der rechten Seite „Devils Cornfield“. Neben seinem Golfplatz betreibt der Teufel hier also auch noch einen landwirschaftlichen Anbau. Ganz schön Beschäftigt, der Gute.

Die Pflanzen auf dem knochentrockenen Boden sehen aus wie zusammengebundene Getreidebündel, die der Teufel dort im Sand gepflanzt hat.

Die Mesquite Flats Sand Dunes erkennt man schon von weitem, besser gesagt die größte der Dünen. Die Star Dune liegt zentral in dem Sandfeld an der Stelle, wo der Wind den Sand ständig auftürmt. 

Dadurch ist ihre Position und Form relativ konstant. An ihrer höchsten Stelle ragt sie rund 35 Meter empor.

Damit sich eine Düne solchen Ausmaßes bilden und auf Dauer erhalten kann benötigt es zwei Dinge: zum einen kontinuierlichen Wind, der den benötigten Sand permanent zur Düne herantransportiert und zum anderen einen windgeschützten Bereich, an dem sich der Sand dann sammeln und ablagern kann. 

Bei den Mesquite Flats Sand Dunes sind es die Tucki Mountains im Süden, die den nötigen Windschatten spenden. Wir parken unsere Fahrzeuge und Oli und ich machen uns auf den Weg in die Dünen. 

Weit kommen wir allerdings nicht, dann ruft Stefan uns zurück. Wir müssen noch einmal zurück zum Diner. Wir haben eine Tasche dort vergessen.

Der Weg ist ja zum Glück nicht sehr weit und nach etwa 20 Minuten haben wir die zurückgelassene Tasche wieder.

Dann geht es wieder nach Norden – nur biegen wir dieses Mal gleich nach Osten ab. Vom Dayligth Pass aus haben wir noch einmal eine tolle Aussicht auf das Death Valley. Die Sonne steht schon tief am Himmel und lässt die Berge orange leuchten.

Nach ca 45 Minuten erreichen wir die Rhyolite Ghosttown. 

Im Jahr 1904 wurde hier Gold gefunden und die Stadt Rhyolite entstand. Im Jahr 1907 hatte die bereits über 10.000 Einwohner. 

Es gab 50 Minen, drei Zeitungen, Schulen, etwa 20 Hotels, eine Oper, über 50 Saloons und ein Krankenhaus. Doch schon ein Jahr später wurde immer weniger Gold in den Minen gefunden und bereits 1910 lebten nur noch 600 Einwohner hier. 

Im Jahr 1916 wurde das Elektrizitätswerk abgeschaltet. 1919 schloss als letztes das Postamt von Rhyolite und der letzte Einwohner verließ die Stadt.

Heute steht Rhyolite unter Denkmalschutz und ist ein Freilichtmuseum. Die Stadt bestand überwiegend aus Holzhäusern, von denen heute keines mehr existiert. Lediglich einige steinerne Gebäude stehen noch.

Übrigens: Im Jahr 2005 wurden hier einige Szenen des Films Die Insel (The Island) mit Ewan McGregor und Scarlett Johansson gedreht.

Unmittelbar vor der eigentlichen Ghosttown beim winzigen Visitor Center ist das Goldwell Open Air Museum. Am bekanntesten sind hier sicher die Geister des belgischen Künstlers Albert Szukalski.

1984 erschuf er die Geister Sculptur „The Last Supper“ in Anspielung auf Leonardo da Vincis „Letztes Abendmahl“. Noch im gleichen Jahr kreierte er den „Ghost-Rider“ – ein Geist mit Fahrrad.

Danach erschufen andere Künstler weitere Sculpturen in dem „Non-Profit-Open-Air-Museum“. 

Hier ist irgendwie alles frei nach dem Motto: „Ist das Kunst oder kann das weg?“…. Alles in allem ist das hier ein ziemlich verrückter Ort.

Es gibt neuerdings hier auch einen Shoe-Tree. Davon gibt mehr als 70 registrierte in den USA – und noch viel mehr, die nicht registriert sind.

Oft entstehen diese Bäume weil Einer damit anfängt, alte Schuhe, welche an den Schnürsenkeln zusammengebunden sind in die Äste zu Schleudern. Ist dieser Anfang erst eimal gemacht, folgen meist viele weitere Schuh-Paare.
Es heißt, dass man Sorgen zusammen mit alten Schuhen so von sich werfen kann. Nun, dieser „Baum“ ist eigentlich nur ein Stamm – aber trotzdem perfekt um Noahs erstes Paar Schuhe stilvoll auszusetzen.

Sie sind im bald zu klein und er hat bereits neue Schuhe bekommen. Sie hier zu „entsorgen“ hat irgendwie Stil, oder nicht?

Goldwell Open Air Museum – Noahs Shoes

Nach Beatty ist es nun nur noch ein Katzensprung. Nach nur 15 Minuten sind wir an unserm Motel, dem Atomic Inn. Wir waren vor 2 Jahren schon einmal hier. Es war OK und so viele Alternativen gibt es hier sowieso nicht.

Ich gehe in das kleine Büro des Motel um einzuchecken. Der junge Mann an der Rezeption ist freundlich. Ich frage ihn auch gleich ob der Sourdough Saloon wieder geöffnet ist. „Leider nicht“, meinte er. Schade. 

Der Saloon war so ein cooler Ort um am Abend noch ein Bier zu trinken. Leider verstarb der Besitzer und der Saloon wurde geschlossen. 

Es hat sich wohl aber inzwischen ein neuer Besitzer gefunden, meinte der junge Mann. Na denn – vielleicht ist er ja bei unserem nächsten Besuch hier in Beatty wieder geöffnet.

Wir bekommen 2 Zimmer nebeneinander. Schnell packen wir unsere Sachen ins Zimmer und gehen dann zu dem nur wenige Schritte entfernten KC’S Outpost Restaurant.

Wir nehmen alle das Dinner Special: Baked Terijaki Chicken Breast, baked Potatoe, Veggies, Soup or Salad und klebrig süßen Cake zum Nachtisch.

Die Portionen sind riesig und das Essen ist sehr, sehr lecker. Nach einer Stunde machen wir uns vollgefressen auf den Weg zurück zum Motel.

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