Twin Falls – Craters Of The Moon – Jackson

Computerlogbuch Nummer 9
Montag 24.09.2018 / 6:45 Uhr morgens
Seit nunmehr 45 Minuten gibt es im Hotel bereits Frühstück. Stefan schläft noch immer. Gegenmaßnahmen werden eingeleitet….

Die Gegenmaßnahmen waren erfolgreich – 20 Minuten später sind wir beim Frühstück; um 8:15 Uhr sind wir bereits auf der Straße. 

Snake Harley Davidson hat Montags geschlossen. Na gut – sparen wir eben Zeit und Geld. Wir verlassen Twin Falls über die Perrine Memorial Bridge, welche über den Shake Rover Canyon führt.

Auf der nördlichen Seite ist eine Parkbucht. Wir steigen für ein paar Minuten aus und gehen neben der Brücke zu dem hübschen Canyon. Grün schlängelt sich der Snake River durch die Landschaft. Zwanzig (oder mehr?) Fotos später geht die Fahrt nach Norden weiter. 100 Meilen später – es ist nun 11 Uhr – erreichen wir das Craters of the Moon National Monument & Preserve. 

Wir waren schon einmal hier, im Jahr 2010. Damals hatte es allerdings fürchterlich geregnet und wir haben lediglich ein paar Fotos aus dem Auto heraus geschossen. Heute sieht das Wetter deutlich besser aus. Wir sind schon gespannt, was uns hier erwartet.

Durch das Gelände führt ein 7 Meilen Loop. Wir halten zuerst am Visitor Center an. Bei einer netten Park-Ranger-Dame bekommen wir Tipps zum Park und eine kostenlose Permit zum Betreten der Lavahöhlen in Form von einem Fledermaus-Stempel auf der Park-Map.

Unser erster Stopp ist die Inferno Cone. Der 0,8 km lange und steile Weg auf den Gipfel der Inferno Cones ist ganz schön anstrengend! Auf schwarzer Asche geht es hinauf. Der grandiose Panoramablick von oben auf das Great Rift, die Snake River Plain und die Pioneer Mountains entschädigt für die Strapazen.

Der nächste Stopp auf unserem Round Trip sind die Lava Höhlen. Der 2,6 km lange Cave Trail führt zu vier Höhlen. Als sich der Weg des Trios gabelt gehen wir zunächst nach rechts. Hier ist die größte der Höhlen: Der Indian Tunnel. Über eine Stahltreppe klettern wir hinunter in die Höhle. Wir sind total begeistert von den hohen Decken und den immensen Ausmaßen der Lavaröhre. Niemals hätten wir damit gerechnet, dass sie so geräumig ist und so viel Spaß macht hier herum zu klettern. Unsere Taschenlampe die wir mitgenommen hatten, brauchten wir gar nicht denn es gab viele sogenannte Skylights, welche durch Einstürze entstanden sind.

Einmal fliegt sogar eine Fledermaus über uns hinweg. Wir wandern weiter zum schmaleren Höhlenausgang, klettern dazu über einen großen Haufen aus Lavageröll und durch eine recht enge Öffnung, dann sind wir wieder raus aus der Höhle. Der Weg zurück zum Trail ist mit Stäben markiert und führt direkt über ein endlos scheinendes Feld aus pechschwarzen Steinen, die unter den Füßen wie Grillkohle knirschen. 

Wir kommen wieder an die Weg Gabelung und gehen dieses mal auf der linken Seite weiter. Wir kommen an der Dewdrop Cave und an der Boy Scout Cave vorbei. Hier sind aber einige andere Wanderer unterwegs, so gehen wir einfach weiter. Wir gehen weiter bis zur Beauty Cave uns steigen hinab zum Eingang. Wir stehen vor einem dunklen langen Tunnel – warum jetzt ausgerechnet diese Röhre besonders „beauty“ sein soll, wird uns allerdings nicht ganz klar. Wir gehen zurück zum Trail und anschließend zum Auto. 

Wow, der Park – insbesondere die Wanderung durch den Indian Tunnel waren toll. Das haben wir so nicht erwartet. 

Wir verlassen den Park wieder und kommen nach ungefähr 20 Minuten in Arco an. Hier ist das Idaho National Laboratory, ein riesiges Testgelände, auf dem Atomreaktoren entwickelt und getestet werden. 

Das winzige Städtchen scheint komplett ausgestorben zu sein – aber dann sehen wir ein kleines Restaurant: Das Pickles Place. Es ist 13:15 Uhr – also perfekt für einen Lunch-Stopp. Ich bestelle mir das Tagesspecial „Chicken Salad on Croissant“ – es schmeckt ganz hervorragend. Dann verlassen wir das kleine Atom-Städtchen wieder.

Die nächsten 70 Meilen bis Idaho Falls führen durch kleine Siedlungen und vorbei an endlosen Getreide Feldern. Ansonsten ist das Snake River Plateau ist bis auf ein wenig Gestrüpp eine komplett kahle, mit Felsbrocken und einzelnen Tafelbergen gesprenkelte Ebene. 

Nachdem wir Idaho Falls hinter uns gelassen haben fahren wir auf der US-26 bis Swan Valley und nehmen dann die ID-31 über Pine Creek nach Victor. Dann geht es über den Teton Pass, durch Wilson nach Jackson. 

Kurz nachdem wir die Grenze zu Wyoming passiert haben bekommen wir an einem kleinen Fotopunkt schon mal eine Vorschau auf Jackson. Von hier oben sehen wir das kleine Western Städtchen unten im Tal – hübsch an die mächtigen Berge der Teton Range gekuschelt.

Wir kommen kurz vor 15 Uhr in Jackson an. Wir checken zunächst im Hotel ein, welches nur wenige Schritte von Downtown entfernt ist. Wir beziehen nur schnell unser Zimmer und machen uns zu Fuß auf, den keinen Ort zu erkunden. Bei Harley Davidson ein T-Shirt, in der Jackson Tranig Company eine Weihnachtskugel. Mit dieser Beute geht es dann zurück zum Auto. Das Western-Städtchen Jackson gehört definitiv zu den schönsten Orten in den USA. Sogar Indiana Jones Darsteller Harrison Ford lebt hier.

Gegen 18 Uhr machen wir uns dann auf den Weg in den Grand Teton National Park. Ziel ist der Snake River Overlook. Hier hat man einen wunderbaren Blick auf den Snake River und die Berge dahinter. Der berühmte Fotograf Ansel Adams hat hier eines seiner bekanntesten Fotos gemacht.

Nach einer halben Stunde Fahrt sind wie bereits am Ziel. Wir packen unser Stativ aus und stellen uns auf die kleine Brücke und warten. Die Aussicht auf die massive Bergkette ist tatsächlich grandios.  Neben uns stehen noch weitere Fotografen, darunter ein Landsmann von uns – ca. 30 Jahre alt. Er kommt mit einem amerikanischen älteren Herrn ist Gespräch, der ihn fragte wo er herkommt usw. 

Der junge Deutsche meinte, dass er vom Norden, aus dem Yellowstone Park hier her gefahren ist. Oh Yellowstone ist toll, meinte der Amerikaner. „Ist es nicht wunderschön dort?“  Keine Ahnung meinte der Deutsche gelangweilt. „Bin nicht ausgestiegen – hatte keinen Bock“. Der ältere Herr schaute irritiert. Dann zeigte er dem jungen Mann einige Aufnahmen von Yellowstone auf dem Display seiner Kamera. Dieser zuckte nur mit den Schultern. Aber hier gefällt es ihnen, oder? Meinte der Ältere wieder und zeigte auf die Teton Range. Mhhm – geht so. Hab nur angehalten weil hier so viele Menschen stehen – sooo besonders finde ich es jetzt aber nicht.  Ich denke bei mir nur: Was für ein armer Mensch, den offensichtlich so gar nichts Beindrucken kann.

Egal- ich befasse mich nicht mehr mit ihm. Mir gefällt es hier nämlich ausgesprochen gut. Der Himmel leuchtet an manchen Stellen tiefrot, die Wolken sehen ebenfalls spektakulär aus.

Nach etwa einer Stunde ist es komplett dunkel und wir machen uns auf den Rückweg nach Jackson.  Wir parken beim Motel und gehen zur Million Dollar Cowboy Bar, welche gerade mal 500 m entfernt ist. Fast schon eine Kneipen-Legende ist diese Bar.  Hier scheint die Zeit stehengeblieben zu sein – und zwar Mitte des 19. Jahrhunderts. Vollgestopft mit Cowboy-Sammlerstücke (an der Bar sitzt man auf Satteln!), erwacht hier das Zeitalter der Viehtreiber und Revolverhelden zu neuem Leben.

Das Essen muss man an einem Schalter bestellen, wird dann aber zum Tisch gebracht. Die Getränkebestellung erfolgt am Tisch. Das ist ja ein Merkwürdiger Service. Nach kurzer Zeit kommen unsere Bison Burger – das bestellte Bier dagegen ist immer noch nicht da.

Ich erinnere die Getränke Kellnerin noch einmal an unsere Bier Bestellung. Sie entschuldigt sich, da sie uns tatsächlich vergessen hatte. Kurz darauf bekamen wir unser „Million Dollar Beer“. 

Wir haben aufgegessen und ausgetrunken und warten, darauf dass wir unser Bier bezahlen können. Das Essen haben wir ja bereits am Schalter bezahlt. Stefan will noch unseren Wagen tanken und ich möchte mir den Souvenir Shop der Bar noch ansehen. Also trennen wir uns hier. Er tankt das Auto und ich warte darauf, dass die Kellnerin abkassiert. Dann noch schnell in den Souvenir Shop. Hier ist alles ziemlich teuer und so verlasse ich den Shop ganz ohne Ausbeute. Ich gehe den kurzen Weg zurück zum Hotel, kurz danach ist auch Stefan wieder vom Tanken zurück.

Morgen müssen wir früh los – der Sunrise möchte fotografiert werden. Also schnell noch alles zusammengepackt, damit einer pünktlichen Abreise nichts im Wege steht.

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