Görlitz

Heute geht es in die östlichste Stadt der Republik – nach Görlitz. Wir verlassen unsere hübsche Wohnung im Felsenkeller Bieletal, sagen Adieu zu den Wanderungen und fahren mit gepackten Taschen um 9:40 Uhr nach Görlitz ab, wo wir um 11:30 Uhr eintreffen. 

Wir parken im City Center Parkhaus und starten unsere Sightseeing Tour direkt an der Frauenkirche. Unser Weg führt vorbei am Görlitzer Warenhaus. Das schönste Warenhaus Deutschlands ist ein imposantes Gebäude, entstanden im Jahr 1913. Leider wurde das Juwel heruntergewirtschaftet und musste im Jahr 2009 seine Türen schließen.

Zuletzt diente das leerstehende Kaufhaus als Kulisse für den Film „Grand Budapest Hotel“. Dieser Film gab der Stadt im übrigen einen schönen wirtschaftlichen Aufschwung, da die Darsteller (u.a. Willem Dafoe, Ralph Fiennes und Tilda Swinton) sich im Hotel „Börse“ am Untermarkt einquartierten und für die Bauarbeiten der Kulissen auch Handwerksfirmen der Stadt und Umgebung engagiert wurden.

Die Stadt an der Neiße, die sich selbst gerne auch „Görliwood” nennt, gilt aufgrund der gut erhaltenen Bauwerke aus den unterschiedlichsten Zeitepochen als äußerst wandelbarer Drehort und verkörperte schon Städte wie New York, Paris, Frankfurt oder Heidelberg im Film.

Am Untermarkt vor dem Görlitzer Rathaus schneite es für den den Film „Goethe“ im Sommer Kunstschnee, für die „Die Vermessung der Welt” wurde hier gedreht, sowie für die Jules-Verne-Verfilmung „In 80 Tagen um die Welt”. Für diesem Film verwandelte man den Platz ins Paris des 19. Jahrhunderts. Das Haus, aus dem Jackie Chan in einen Heißluftballon springt, ist heute das 2014 neu eröffnete Emmerich Hotel. Sowohl der Brunnen als auch der Rathausturm sind in Quentin Tarantinos Meisterwerk „Inglourious Basterds” zu sehen.

Leider können wir nicht in das Kaufhaus hinein – aber ab 13 Uhr öffnet es für ein paar Stunden die Türen – vielleicht können wir auf dem Rückweg zum Auto hier noch ein paar Fotos machen.

Unsere Route führt uns weiter zum Obermarkt, dem Untermarkt und zum Rathaus.

Wir sind begeistert von Görlitz. Die liebevoll sanierten Bauten aus Gotik, Renaissance, Barock und Jugendstil sind wunderschön. Kein Wunder, dass nationale und internationale Filmproduzenten, diese traumhafte Kulisse schätzen.

Auf unserem Weg zur Altstadtbrücke kommen wir an einem kleinen Spielplatz vorbei – hier darf Noah eine Weile toben, bevor wir weiter gehen.

Nach der Spielplatz-Pause gehen wir den kurzen Weg zur Altstadtbrücke.

Die Altstadtbrücke verband bis 1945 die Görlitzer Altstadt mit der Ostvorstadt. Im Mai 1945 wurde die Brücke gesprengt und die Stadt und in einen deutschen und polnischen Teil getrennt

Im Jahr 2004 wurde die heutige Fußgängerbrücke zwischen Görlitz und Zgorzelec eröffnet.

Wir gehen über die Brücke und haben von hier aus einen fantastischen Blick auf die die Neiße, auf den polnischen- und deutschen Stadtteil und natürlich auf das wohl meistfotografierte Motiv in Görlitz: Die Peterskirche.

Viele Fotos später entdecken wir von der Brücke aus einen weiteren Spielplatz am Ufer auf der deutschen Seite. Noah darf sich ein weiters Mal austoben.

Es wird Zeit für den Rückweg zum Auto, denn schließlich wollen wir heute noch weiter fahren. Breslau in Polen ist das Ziel und das sind immerhin noch gut 170 km Fahrt. Allerdings müssen wir noch etwas gegen den kleinen Hunger machen. Auf dem Weg zur Brücke haben wir schon gesehen, dass es einen Senfladen gibt der Currywurst, Thüringer im Brötchen und Frikadellen aus dem Fenster raus verkauft – natürlich mit Bautzner Senf. Also das perfekte schnelle Mittagessen.

Nach dem Essen gehen wir noch einmal am Görlitzer Warenhaus vorbei – und tatsächlich. Die Türen sind offen. Mama geht schnell hinein und macht noch ein paar Fotos von dem schönen Gebäude.

Die Abfahrt nach Breslau starten wir um 14:50 Uhr – 50 Minuten später als geplant – und dann fahren wir leider auch noch direkt in einen langen Stau, weshalb wir erst um 18:15 Uhr in Breslau ankommen anstatt wie geplant um 16 Uhr.

Wir fahren direkt zum Hotel Sleepwalker, hier hat Mama ein komplettes Appartement gebucht.

Die modern eingerichtete Wohnung verfügt über zwei Schlafzimmern, einem großen Wohn/Essbereich und 1 Bad. Richtig toll fand ich den begehbaren Kleiderschrank mit Safe und Waschmaschine. Nicht das wir es für die eine Nacht gebraucht hätten 😀 – aber cool ist es trotzdem.

Es schon spät und wir haben Hunger, also machen wir uns auf den Weg zu unserem Abend-Restaurant welches vom Hotel gerade mal 800 Meter entfernt ist. Es dauert keine 10 Minuten bis wir an der Chopper Bar & Grill ankommen. Wir bekommen direkt einen Platz in dieser tollen Biker-Sportsbar mit lauter Rockmusik und leckerem Essen. 

Wir teilen uns „The Burning Trough“ – also den „Durchbrenner“, eine wahre Schlachtplatte mit Unmengen an Fleisch, Pommes und Salat.

Der Burning Through für umgerechnet 33€ (in Landessprache: Plonage Koryto 145zl) beinhaltet: 

  • Eisbein in Bier geröstet
  • in Zwiebeln geschmorte Rippchen  
  • Hausgeräucherter Speck 
  • Würstchen vom Grillfeuer
  • Gegrilltes Hühnchen mit Gemüse 
  • Dumplings gefüllt mit in frittierten Zwiebeln 
  • 2 Schalen Salat 
  • 2 Schalen mit Pommes und Wedges
  • 4 Dip Schalen 

Ich kann nur sagen: WOW! Ausgeschrieben ist die Platte für 4 Personen oder 2 Hungrige Biker 😀 . Als die Platte von 2 Personen zu unserem Tisch heran getragen wurde, stauten wir nicht schlecht. Alles sah sehr, sehr lecker aus. Aus dem Fleischtopf züngelten sogar noch ein paar Flammen.

Und es schmeckte! Das Fleisch war so zart das es von allein vom Knochen fiel – wir wurden mehr als satt. Fazit: Super lecker und gerne wieder! Die Bar war auch sehr kinderfreundlich, für Noah wurde gleich ein großes DIN A3 Blatt und Buntstifte gebracht mit Rätseln, und Bildern zum ausmalen. Zuerst hatten wir bedenken, dass die laute Musik unserer kleinen Emilia Angst machen würde – aber zu Klängen von Metallica und ACDC fühlte sie sicher ausgesprochen wohl. Wird wohl ne Rocker-Braut die Kleine. Soll uns recht sein. 

Nach dem Essen machten wir noch einen kleinen Umweg, vorbei am Hardrock Café. Für uns Sammler (Oli und Ich) werden nämlich in jedem Hardrock Café Drumsticks und ein Shotglas mit dem jeweiligen Stadtmotiv gekauft (irgendwas muss man ja sammeln 😀 ). Mama und ich kaufen uns außerdem auch noch T-Shirts und Emilia bekommt einen Hardrock- Body.

Das Abendprogramm in der Altstadt ist unglaublich. Es befindet sich auf jedem freien Meter ein Straßenkünstler, was mit den alten und schön beleuchteten Gebäuden im Hintergrund, eine richtig tolle Atmosphäre ergibt. 

Danach gehts auf direkten Weg zum Hotel, denn für Fotos ist es sowieso zu dunkel und die Sightseeing Tour findet am nächsten Tag statt. Gute Nacht aus Breslau. 

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